

Liebes Redaktionsteam von S&S!
Mit großer Aufmerksamkeit habe ich die neue Ausgabe von S&S gelesen und habe mich darüber gefreut, dass auch über Themen wie Selbstbefriedigung gesprochen wurde.
Ich möchte an dieser Stelle dem Appell des Editors „Gib deinen Senf ab “ Folge leisten und so manche Erschütterung über argumentative Entgleisungen zum Thema Selbstbefriedigung darlegen. In ebengenanntem Artikel wird auch das Thema Ellen White und Selbstbefriedigung (zu) kurz angeschnitten. Als Ellen White Kenner war ich aber dann sichtlich erstaunt nur einen wahrhaft verstümmelten Auszug ihrer eigentlichen Stellungnahme zum Thema zu finden. Wie so oft, wurde auch wieder ganz bewusst die ganze Wahrheit ihrer Aussage verschleiert. Die detaillierte Auflistung von den Krankheiten, die ihres Erachtens nach aus der Praxis der Selbstbefriedigung (Self Abuse) resultieren, wurden (sicherlich) bewusst ausgelassen.
Ich verweise hiermit auf ihre Aussage aus der 1864 erschienen Schrift Appeal to Mothers, Seite 25 und 27, wo sie schreibt:
"He had practiced self-abuse until he was a mere wreck of humanity. This vice was shown me as an abomination in the sight of God. The results of self-abuse in them is seen in various diseases, such as catarrh, dropsy, headache, loss of memory and sight, great weakness in the back and loins, affections of the spine, the head often decays inwardly. Cancerous humor, which would lay dormant in the system their life-time, is inflamed, and commences its eating, destructive work. The mind is often utterly ruined, and insanity takes place." (Hervorhebung meine)Hier ein weiteres Zitat:
"Children who practice self-indulgence (masturbation) previous to puberty, or the period of merging into manhood or womanhood, must pay the penalty of nature's violated laws at that critical period. Many sink into an early grave, while others have sufficient force of constitution to pass this ordeal. If the practice is continued from the age of fifteen and upward, nature will protest against the abuse she has suffered, and continues to suffer, and will make them pay the penalty for the transgression of her laws, especially from the ages of thirty to forty-five, by numerous pains in the system, and various diseases, such as affection of the liver and lungs, neuralgia, rheumatism, affection of the spine, diseased kidneys, and cancerous humors. Some of nature's fine machinery gives way, leaving a heavier task for the remaining to perform, which disorders nature's fine arrangement, and there is often a sudden breaking down of the constitution; and death is the result." Solemn Appeal, 1870, p.63 (Hervorhebung meine)Ich bitte darum, dass in einer offiziellen, adventistischen Jugendzeitschrift ehrlich und richtig zitiert wird. Ehrlich heisst, ich greife die ganze heiße Kartoffel an und schrecke nicht davor zurück (oft schwierige) Fragen genau zu untersuchen.
Lieber Rainer,
Danke für dein Feedback!
Wie du dir vielleicht vorstellen kannst, ist es leider im Rahmen einer Zeitschrift generell nicht möglich, ein Thema erschöpfend zu behandeln – was wir uns auch nicht anmaßen. Wir wollten das Thema aufgreifen und Probleme aufzeigen, dazu auch eine deutliche Stellungnahme geben.
Welche Gründe den Autor des Artikels letztlich dazu bewegten, nicht alles an Krankheiten aufzuzählen, ist mir unbekannt. Jedenfalls geht aus dem Artikel deutlich hervor, dass er nur ein Beispiel anführen wollte und dass der Zinkverlust eine Erklärung für mögliche Schäden sein kann – allerdings ist dies ja nur eine Randdiskussion (!) zum Thema EGW und spätere wissenschaftliche Bestätigungen!
Das Problem an der Sache ist, wie ich in meinem zweiten Teil zu dem Thema auch deutlich ausgeführt habe, dass Sex an sich nicht gesundheitsschädlich ist – hierbei spielt es für den Körper keine Rolle, ob es sich um Egosex Selbstbefriedigung) oder ehelichen Verkehr handelt! In der Tat ist es aber so, dass beides (!) auf den Körper zerstörerisch wirken kann, sollte es im Übermaß betrieben werden – was Ellen White auch in aller Deutlichkeit schreibt, die Textstellen dazu dürften dir ja eigentlich bekannt sein (Bsp: SCH I 243-249; u.a.m.). Also liegt kein logischer Fehlschluss vor, vielmehr muss man sich seiner Verantwortung auch innerhalb der Ehe bewusst sein! Ebenso wenig kann ich die Behauptung nachvollziehen, dass wir bewusst Teile auslassen würden, um damit letztlich unser Untersuchungsergebnis nach unseren Wünschen zu gestalten. Wie deutlich angemerkt wurde, sollte man die Texte bei EGW selbst in aller Ausführlichkeit (am besten im Englischen) nachlesen, da große Auszüge im gegebenen Rahmen nicht möglich sind. das Endergebnis bleibt dabei das gleiche: SB kann schädlich sein, wenn im Übermaß betrieben – ist aber in jedem Fall schädlich was die seelischen Folgen/Auswirkungen und die Gedankenreinheit angeht!
Ich verstehe nicht, wieso du die Argumentation insgesamt in Frage stellst und den gesamten Artikel als „unwissenschaftlich“ abtust. Er könnte mehr Tiefgang haben, würde dann eben die Schwerpunkte anders setzen und ausführlicher behandeln – aber hier stört wieder die gebotene Kürze.
Wenn du das alles (so scheint es) an dem einen Beispiel Zinkverlust fest machst bzw. den ehelichen Verkehr ins Felde führst, kann ich nur wiederholt sagen: Ja, selbstverständlich hat auch ehelicher Verkehr dieselbe schädigende Wirkung, wenn im Übermaß betrieben! Körperlich besteht hier in keinster Weise ein Unterschied! Es geht allein um die geistigen/geistlichen Hintergründe, wie sie von mir (im 2. Artikel zu dem Thema) angeführt wurden – körperlich gibt es da nichts auszusetzen. Außerdem musst du auch berücksichtigen, wie von mir im zweiten Artikel genannt, dass EGW sich vorrangig auf vorpubertäre (!) Kinder bezieht, die damit in Berührung kommen! Ausnahme wäre der erwachsene (und verheiratete) Mann in SCH I 237-240.
Ich sehe demnach unsere Verantwortung als „offizielles STA-Jugendmagazin“ gewahrt und bei richtigem Verständnis auch keine Probleme in der „wissenschaftlichen“ Argumentation, obgleich sie gar nicht den Anspruch erhebt. Wie gesagt, es geht hier um eine Untersuchung, die Martin R. im Rahmen seiner MA-These durchführte und um eine Art „Problembeschreibung“ dessen, was die befragten Jugendlichen diesbezüglich erlebten – mit kurzen Notizen zu weiterführenden Hintergründen.
Mit besten Wünschen,
René Gehring
(im Namen der Redaktion)